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Ebike Weltmeisterschaften Mont Saint Anne, Canada

Team Bergstrom/SUISSE

Tag 1, Sonntag, 24. August.
Das Bergstrom Team

Das Bergstrom Team

Gestern Abend sind wir in Kanada angekommen, heute geht es zum ersten Mal auf die Strecke. Die Bikes wurden bereits vor 10 Tagen per Spediteur verschickt und sind glücklicherweise heil angekommen. Der Jetlag lässt noch auf sich warten, die Beine sind jedoch etwas schwer. Die Strecke ist noch nicht zu 100% ausgesteckt, das offizielle Training startet erst morgen, wir helfen uns mit einer kleinen Karte weiter und absolvieren die ersten 3 Runden. Die Steigungen haben es in sich und möchte ich nicht ohne Motor bewältigen müssen, die Abfahrten teilen wir uns zum Teil mit dem CC Kurs, z.B. die berühmt/berüchtigte La Beatrice. Im Grossen und  Ganzen ein sehr stimmiger Parcours.

Tag 2, Montag 25. August.

Die Akkus bereits wieder geladen, die Müdigkeit etwas präsenter, rollten wir am morgen auf der Strasse etwas die Beine frei. Am Nachmittag erstmals offizielles Training auf ausgesteckter Strecke. Einige                Überraschungen warteten, so eine technisch anspruchsvolle Steigung. Das Wetter macht bisher super mit, 23° Sonne, trocken, staubig, schnell. Wir machten einige Runden im Renntempo um dem Kurs etwas auf den Zahn zu fühlen und die technischen Passagen im roten Bereich zu fahren. Glaubt mir, Ebiken sieht einfacher aus, als es ist. Bei den Reifen wechselten wir auf stabilere Versionen um das Defektrisiko vorzubeugen.

Tag 3, Dienstag 26. August.

Letzter Tag vor RaceDay.  Wir sind früh wach, die Zeitverschiebung zeigt ein wenig ihre Spuren. Wir rollen locker ins Cafe, die Nervosität ist bei allen Spürbar.  Am Nachmittag nochmals auf die Strecke, welche mittlerweile ausgefahren wurde und sich allmählich die Ideallinien abzeichnen. Die Abfahrten meistern wir sicher und schnell, ebenso kennen wir die technischen Passagen in und auswendig. Auf einem 7km loop absolvierten wir ca 250hm, die Startzeit der Damen wurde auf 1 min nach den Herren gelegt, da das Feld sonst zu klein gewesen wäre. 14.15 Herren E-CC, 14.16 Damen E-CC. 4 Runden gesamt für beide, worüber wir froh waren, reichte im Training doch der Akku für 3.5 Runden im Boost Modus.

Tag 4, Mittwoch 27. August.
Alba und ihr Bergstrom ATV

Alba und ihr Bergstrom ATV

Race Day!!!! Der Zeitplan ist straff und vorgegeben, 07.00 Frühstück, von 08.00 bis 09.00 darf ein letztes Mal die Strecke besichtigt werden. Alba und Fabian nutzen die Chance noch einmal, Manuel geht auf der Strasse locker rollen. Um 11.00 gibt’s Pasta, danach mussten wir die Bikes in die Kontrolle bringen. 11:40, 11.44 und 11.48 wurden wir aufgeboten. Die Bikes inkl. Ersatzräder wurden von der UCI abgenommen sowie von Shimano/Bosch und Brose Experten. Der Radumfang gemessen, die Bikes ausgelesen und angepasst, sowie Miles/h auf km/h angepasst. Laufräder und Akkus kriegten einen Sticker verpasst und die Bikes wanderten in die Closed Area. Die Akkus nahmen wir zurück ins Hotel um sie noch ganz zu laden. Bis 30min vor dem Start mussten die Akkus zurück im Bike sein, das Bike selber durften wir in Startreihenfolge 5-15min vor dem Start entgegennehmen aber nicht einschalten. Das Warm Up absolvierten wir entsprechend auf anderen Bikes. Nebst aktiven Rennfahrern wie Kulhavy, Hartley und Fontana waren auch einige semi-aktive Legenden wie Absalon, Sauser oder Martinez am Start. Der Start erfolgte und auf der Startschlaufe hats bereits den ersten Motor verblasen. Glücklicherweise nicht bei einem von uns, aber wir freuten uns insgeheim über den geschenkten Platz. Vom Puls unterschied sich das E-Rennen nicht von einem normalen CC race, alle waren am Limit oder darüber, die Geschwindigkeit einfach höher, aber unter der 25km/h Grenze. Die verschiedenen Stärken machten sich bemerkbar und das Feld zog sich schnell in die Länge. Nebst den Favoriten mischten einige Leichtgewichte vorne mit, diese spülte es in den Abfahrten zusehends weiter nach hinten, flogen am Berg aber immer wieder nach vorne. Ich startete aus der 4. Reihe, kam aber super weg und kämpfte mich in der ersten Langen Steigung in die ersten 20. Bergab hätte ich schneller können, es gab aber immer nur die eine Linie und die beanspruchten alle für sich. Manche nahmen auch etwas raus aus Angst eines Defektes. In Runde 2 waren die Verhältnisse schnell geklärt und am Berg zeigten sich auch Unterschiede der verschiedenen Motoren. Die Strecke erwies sich als selektiv, fordernd und hart, spektakulär für die Zuschauer. Nach 45min ging es in die letzte Runde, die Lunge brannte, die Beine ebenfalls und im Mund machte sich ein Blutgeschmack breit. Der Ladestand zeigte noch 2 von 5 Balken, allerdings nicht sehr lange. Ich büsste für meine schnelle erste Runde und fiel zurück, Mensch und Motor waren sichtlich am Limit angelangt. Während vorne ein aktiver CC Profi den ersten Weltmeistertitel in der E-Geschichte feierte, hoffte ich hinten, dass mein Akku nicht schlapp macht. Die Power wurde spürbar weniger am Berg, so verlor ich noch 4 Plätze.

Rang 29 am Ende für mich, ausgepowert und zufrieden.

Ich machte mich auf den Weg zum Hotel, 500m nach Zieleinfahrt verabschiedete sich der Akku… Timing!!

Fabian und Alba auf der Strecke

Fabian und Alba auf der Strecke

Fazit:

Die UCI hat ihren Job sehr gut gemacht, sehr ansprechende Strecke, selektiv und super für Ebikes geeignet. Das Starterfeld war eine gesunde Mischung zwischen CC Athleten, Endurofahrern, Cyclocrossern und Gelegenheitsbikern. Das Format hat gepasst, sehr selten musste über die 25km/h Grenze getreten werden, die Abfahrten waren zu 50% jene des CC Parcours, die restlichen 50% anspruchsvoller als die des CC Parcours. Defekte ab es überraschend wenige, beim Material setzten viele auf bewährte Enduro Parts, Carbon und Leichtbau sah man nur vereinzelt. Die Unterschiede bei Motoren und Akkukapazität waren zum Teil erstaunlich gross, es fuhren Personen in die Top 20, die eigentlich nichts dort vorne verloren haben. Es zeichnete sich auch ein Bild des idealen Ebikers ab: Kleine, schmale, sehr leichte Athleten, welche bergabfahren wie Enduristen. Gewicht ist eindeutig ein wichtiger Faktor, ausser man heisst Kulhavy und hat Kraft ohne Ende.

Bergstrom Ergebnisse:
  • Alba Wunderlin 6.
  • Manuel Fasnacht 22.
  • Fabian Obrist 29.